Mülltrennung leicht gemacht

Mülltrennung leicht gemacht

Heute, am 05. Juni 2020, jährt sich der Weltumwelttag (engl. World Environment Day) oder auch Tag der Umwelt genannt. Doch woher kommt dieser Tag überhaupt?
Am 05. Juni 1972 begann erstmalig die Weltumweltkonferenz in Schweden/Stockholm, bei der sich die Vereinten Nationen dem Thema Umwelt gewidmet haben. Dieser Tag gilt außerdem als Beginn der internationalen Umweltpolitik und wurde offiziell von der UNEP (United Nations Environment Programme, Umweltprogramm der Vereinten Nationen) als Weltumwelttag erklärt. Auch Deutschland beteiligt sich seit 1976 am Weltumwelttag und ruft jedes Jahr zu verschiedenen Aktionen wie zum Beispiel Recycling auf. Dieses Jahr findet der Weltumwelttag international unter dem Motto “Time for Nature” und in Deutschland unter dem Motto “natur:verbunden” statt.

Es ist ein großer Fortschritt, dass unserer Umwelt ein Tag im Jahr, am Weltumwelttag, die Aufmerksamkeit geschenkt wird, die sie verdient. Aber ein einziger Tag im Jahr reicht nicht aus, um uns Menschen, den Tieren und der Natur einen besseren, nachhaltigeren Ort zu schaffen.

Betrachten wir mal unsere Meere. Die Erdoberfläche ist zu etwa 70 Prozent mit Wasser bedeckt. Um dies einmal in Zahlen auszudrücken:
Unsere Erde hat eine Fläche von etwa 510 Millionen Quadratkilometern. Davon sind circa 148,8 Millionen Quadratkilometer Land. Der Rest der Erdoberfläche, also ungefähr 361,2 Millionen Quadratkilometer, besteht aus Wasser.

In jedem einzelnen Quadratkilometer unserer Meere befinden sich hunderttausende Teile Plastikmüll. Das bedeutet, es geraten jährlich circa 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll in unsere Meere. Du kannst dir sicher vorstellen, wie viele Meerestiere alleine durch die orale Aufnahme dieses Mülls sterben. Auch können sie sich in Plastiktüten, Plastikringen von PET-Getränkeflaschen oder ähnlichem verfangen und daran verenden. Die Zahlen sind schockierend, aber leider wahr. Aber nicht nur Meerestiere sind davon betroffen. Auch in den Wäldern wird tonnenweise Müll abgeladen, der unseren Waldbewohnern und der natürlichen Umgebung erheblichen Schaden zufügt. 

Wie lange schwimmt Plastik in den Meeren und wie lange liegt der Müll eigentlich im Wald, bis er sich vollkommen zersetzt hat?
Hier möchten wir dir nur ein paar Beispiele nennen, denn sonst würde die Liste zu lang werden.
  • Plastiktüte: 20 Jahre 
  • Plastikflasche: bis zu 450 Jahre 
  • Beschichtetes Bonbon-Papier: 80 Jahre 
  • Zigarettenkippe: 10 Jahre 
Das hört sich nach einer ziemlich langen Zeit an, oder? Ist es auch. Wir können aber alle etwas dagegen tun, jeden Tag und gemeinsam. Der Begriff “Zero Waste” erhält heutzutage immer mehr Aufmerksamkeit und gewinnt an immer größerer Bedeutung. Was genau Zero Waste bedeutet, findest du in unserem Blogbeitrag "Zero Waste: Was bedeutet das eigentlich?".
Mittlerweile werden uns bereits viele Möglichkeiten geboten, auf unser Konsumverhalten zu achten, unseren Müll zu reduzieren und einen nachhaltigeren Lebensstandard zu verfolgen. Zum Beispiel kannst du einen wiederverwendbaren Thermobecher mitnehmen wenn du unterwegs bist, denn in vielen Bäckereien und Cafés kannst du dir dort dein Lieblings-Heißgetränk einfach einfüllen lassen. Viele unserer täglichen Bedarfsprodukte gibt es auch als plastikfreie Alternative. Hierzu zählt zum Beispiel festes Shampoo, das ohne Plastikverpackung auskommt und dazu noch länger hält als herkömmliches Shampoo. Wenn du sowieso so gerne an der frischen Luft bist und oft spazieren gehst, nimm doch einen Müllbeutel mit und sammle unterwegs Müll. Die Umwelt wird es dir danken.

Natürlich ist der Umstieg auf ein nachhaltigeres Leben nicht immer einfach und bringt vor allem am Anfang einige Hürden mit sich, sodass man zunächst nicht so genau weiß, wo man am besten anfangen soll. Ebenso wissen wir, dass es an manchen Stellen nicht möglich ist, Müll zu vermeiden. Ein Großteil des Mülls, den wir produzieren, ist jedoch recyclebar. Deswegen möchten wir dir noch ein paar Infos und Tipps zur richtigen Mülltrennung geben.

Wie wird Müll richtig getrennt?

Gelber Sack/Gelbe Tonne:

Verpackungen, die aus Leichtverpackungen aus Metall, Verbundmaterial oder Kunststoff bestehen gehören in den gelben Sack. Auf den Verpackungen befindet sich auch immer der bekannte “grüne Punkt”.
Dazu zählen zum Beispiel: Joghurtbecher, Einkaufstüten, Füllmaterial von Versandverpackungen (zum Beispiel Luftpolsterfolie), Milch- & Getränkekartons, Shampooflaschen, Konserven, Kronkorken, etc.
Übrigens: Leere Joghurtbecher müssen vor dem Entsorgen nicht ausgespült werden, da sonst Wasser und Spülmittel verschwendet werden, was auch eine Belastung für die Umwelt ist. Der Müll, der wiederverwendet werden kann, wird nämlich sowieso auf den Entsorgungsgeländen gereinigt.

Altpapier/Blaue Tonne:

In das Altpapier gehören Papier, Kartonagen und Verpackungen aus Pappe oder Karton. Sollte deine blaue Tonne einmal voll sein, kannst du dein Altpapier auch in einem von vielen Altpapiercontainern entsorgen.

Glas:

Glas wird nach den verschiedenen Farben getrennt, also Weiß-, Braun- und Grünglas. Aber wo kommt das Glas hin? Deutschlandweit gibt es 250.000 Altglascontainer, bestimmt auch in deiner Nähe. Aber bevor du alles wegschmeißt: Überlege erst, ob du das ein andere Glasbehältnis vielleicht noch gebrauchen kannst - vielleicht zum Abfüllen von Lebensmitteln oder als Aufbewahrung für Haargummis, Schmuck oder ähnliches.

Biomüll:

Obst- und Gemüsereste, verwelkte Blumen, Kaffeesatz sowie Kartoffel- und Eierschalen, usw. gehören in die Biotonne. Wenn du einen Garten hast, kannst du dir auch einen eigenen Kompost anlegen. Achte aber hierbei darauf, dass du keine Zitrusfrüchte auf deinen Kompost gibst. Für mehr Infos, wie du am besten einen Kompost anlegst und pflegst, schau doch mal hier vorbei: Das schwarze Gold des Gartens.

Restmüll/Graue Tonne:

Ist der bisher aufgezählte Müll richtig getrennt, bleibt für die umgangssprachlich genannte “graue” Tonne nicht mehr viel übrig. In ihr landen Dinge wie zum Beispiel Hygieneartikel, verschmutzte Papiere, Zigarettenkippen, Fotos, aber auch alte CDs und DVDs.

Des Weiteren wird Müll unter anderem auch nach Sondermüll, Elektrogeräte, Altkleider und Sperrmüll getrennt. Eine genaue Übersicht findest du auf der Internetseite der Verbraucherzentrale.

Wusstest du, dass folgender Müll sehr oft falsch entsorgt wird?

  • Batterien - sie gehören nicht in den Restmüll.
    In vielen Supermärkten, Elektro-Fachgeschäften oder auch an Tankstellen befinden sich Sammelstellen für deine alten Batterien. Auch Wertstoffhöfe sind hier eine gute Anlaufstelle. Also sammle alte Batterien an einem Ort in deiner Wohnung und nimm sie bei deinem nächsten Einkauf einfach mit und entsorge sie fachgerecht.
  • Pizzakartons - vom Gefühl her könnte man meinen, dass leere Pizzakartons ins Altpapier gehören, oder? Die Kartons bestehen doch aus Papier. Das ist richtig, aber aufgrund der Essensreste, die sehr oft noch an den Kartons kleben, können diese nicht recycelt werden. Pizzakartons gehören in diesem Fall also in den Restmüll.
  • Benutzte Papiertaschentücher - wie die Pizzakartons gehören benutzte Taschentücher und Papierservietten in den Restmüll und nicht ins Altpapier, da sie nicht mehr recyclebar sind.
  • Kaputte Trinkgläser - die gehören doch ins Altglas oder? Falsch. Ins Altglas gehören nur Glas-Verpackungen von Getränken, Lebensmitteln, Kosmetika und Arzneimitteln. Kaputte Trinkgläser, Kristallglas oder zum Beispiel auch zerbrochene Weihnachtskugeln gehören in den Restmüll, da sie das Altglas beim Einschmelzen verunreinigen würden.
  • Schraubverschlüsse - Glasverpackungen, die einen Schraubverschluss haben, werden getrennt voneinander entsorgt. Das Glas gehört in den Altglascontainer und der Deckel kommt je nach Art des Materials in den Restmüll oder gelben Sack.

Mache dir keine Sorgen, wenn es dir nicht gelingt, dir von jetzt auf gleich einen Zero Waste Lebensstandard anzueignen. Vielmehr geht es doch darum, Schritt für Schritt den Alltag zu verändern und somit dein Leben in kleinen Stufen immer weiter anzupassen. Auch das Mülltrennen trägt schon einen großen Teil dazu bei, unsere Umwelt zu entlasten und die Ressourcen zu schonen. Auch mit kleinen Schritten kommen wir gemeinsam ans Ziel!

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