Nachhaltiges Bankkonto - geht das?

Nachhaltiges Bankkonto - geht das?

In unserem Blogbeitrag „Grünes Internet“ haben wir euch darüber informiert, dass das Thema Nachhaltigkeit nicht nur im Bereich Verpackung oder Verkehrsmittel zu berücksichtigen ist, sondern auch die eigene Internetnutzung hinterfragt werden kann. Neben Streaming, Online-Games und sozialen Netzwerken findet auch ein großer Teil der finanziellen Transaktionen über das Internet statt, wodurch sich die nächsten Fragen auftun können: Wie passt nun Nachhaltigkeit mit deinem Bankkonto zusammen? Gibt es Unterschiede und kann man auch beim Thema Banken nachhaltig handeln? 

Ungefähr 62 Millionen Menschen in Deutschland (Stand 2018) besitzen ein Girokonto bei bekannten deutschen Filialbanken. Doch was machen diese Banken mit deinem Geld? 

Banken vergeben Kredite an Unternehmen und dafür wird unter anderem dein Geld verwendet. Aber welchen Unternehmen bzw. Branchen werden diese Kredite gestattet? Zwei der größten und nennenswertesten Investitionsfelder deutscher Banken sind folgende:

1. Atomwaffengeschäft 

Aber was genau heißt das nun? 

Laut der Studie „Don´t Bank on the Bomb“, der internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) und der niederländischen Friedensorganisation PAX haben 10 deutsche Kreditinstitute seit 2014 über 10 Milliarden Euro in Unternehmen investiert, die Atomwaffen, Atomsprengköpfe und Atomraketen herstellen. Weltweit beläuft sich die Summe an zur Verfügung gestellten Geldern für das Atomwaffengeschäft zwischen Januar 2014 bis Oktober 2017 auf ca. 525 Milliarden Dollar. Hierbei handelt es sich um Waffen, die uns allen und der Welt erheblichen Schaden zufügen können und obwohl dies den deutschen Banken bewusst ist, geben weiterhin ihre Gelder für Geschäfte frei, die ökologisch und ethisch nicht vertretbar sind. 

2. Kohle-Industrie 

So gefährlich wie das Atomwaffengeschäft ist die Kohle-Industrie nicht, dennoch sollte auch diese nicht unterschätzt werden, denn die Kohle-Industrie trägt einen großen Teil zum Klimawandel bei. Wird der Strom in einem Braunkohle-Kraftwerk erzeugt, welches Braunkohle aus deutschem Boden verfeuert, wird ca. ein Kilogramm C02 pro Kilowattstunde freigesetzt. Im Vergleich dazu verursacht der Strom aus erneuerbaren Energien wie zum Beispiel aus Windkraft lediglich 24 Gramm pro Kilowattstunde

Drei der größten deutschen Banken investieren Gelder in Milliardenhöhe in die weltweite Kohle-Industrie. Des Weiteren werden Unternehmen aus dieser Industrie in weiteren Bereichen von den Banken unterstützt, zum Beispiel indem sie ihnen den Gang an die Börse vereinfachen, deren Vermögen verwalten oder Gelder in den Bau von neuen Kraftwerken und Mienen investieren.  Umwelt– und Klimaschutz sowie das menschliche Wohl stehen bei deutschen Filialbanken anhand ihrer Handlungen nicht an oberster Stelle. Neben dem CO2-Ausstoß, den die Kohle-Kraftwerke verursachen, werden noch weitere Schadstoffe freigesetzt, die sehr schädlich für Mensch, Natur und Umwelt sind. Darunter fallen Schwefeldioxid, Stickoxide, Kohlenmonoxid, Quecksilber oder Arsen. Diese Schadstoffe sind für eine Reihe von Erkrankungen und sogar Todesfälle verantwortlich. Auch wenn den deutschen Bankfilialen bewusst ist, was für einen Schaden die Kohle-Industrie der Natur und uns zufügt, stoppt es sie nicht, deine Gelder weiterhin in die Kohle-Industrie zu leiten. 

Und das waren nur zwei Punkte. Es ist bekannt, dass die Banken auch in Unternehmen investieren, in denen zum Beispiel Menschen-, Tier- und Arbeitsrechte nicht eingehalten werden oder Kinderarbeit nicht unterbunden wird.

Was kannst du dagegen tun? 

Als erstes kannst du dich darüber informieren, in welche Unternehmen deine Bank dein Geld investiert. Es lohnt sich immer, einen Blick darauf zu werfen. Diese Auskünfte findest du ganz einfach online. 

Du hast dich informiert und dir gefällt nicht, was deine Bank mit deinem Geld macht und du kannst die Investitionen ethisch nicht vertreten? Dann hast du die Möglichkeit zu einer nachhaltigen Bank zu wechseln.

Was sind nachhaltige Banken? 

Banken, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, nachhaltig zu arbeiten, verfolgen dabei sogenannte „Nachhaltigkeitsstandards“ und sind unter anderem auch unter dem Namen „grüne Banken“ bekannt.  Das bedeutet, im Gegensatz zu den meisten deutschen Filialbanken verzichten diese auf Investitionen in Unternehmen, die sich zum Beispiel mit Atomgeschäften und der Kohle-Industrie beschäftigen. Und sie verzichten nicht nur auf solche Investitionen, sondern investieren dein Geld sogar klug und mit Bedacht in Unternehmen, die sowohl fair, ökologisch und ethisch agieren als auch die Nachhaltigkeitsstandards der Banken erfüllen. Weiterhin müssen grüne Banken bei dem FairFinanceGuide mindestens 80 Prozent erreicht haben, damit sie sich so nennen dürfen. Eine Übersicht der Banken und wie sie im FairFinanceGuide abgeschnitten haben findest du hier.

Was macht nachhaltige Banken aus? 

  1. Nachhaltige Banken arbeiten transparent mit deinem Geld und legen offen dar, was genau damit passiert. Auf der Webseite grüner Banken findest du eine Übersicht von Projekten und Unternehmen, in die Gelder investiert wurden und werden und in welcher Höhe. Bei einigen grünen Banken kannst du dir auch aussuchen, in welche Bereiche dein Geld investiert werden darf. Des Weiteren bieten einige dieser Banken weitere Angebote an, wie zum Beispiel die Möglichkeit, deine Zinsen an Organisationen zu spenden. Außerdem werden etwaige Gebühren, wie zum Beispiel die „Intercharge Fee“, die beim Bezahlen mit deiner Bankkarte bei einem Händler zu seinen Lasten anfällt,  in nachhaltige Projekte gesteckt.

 

  1. Unternehmen und Projekte, in die investiert werden soll, werden wie bereits gesagt nicht wahllos ausgesucht. Jede Bank verfolgt ihre Nachhaltigkeitsstandards sehr streng und hat sowohl „Positivkriterien“ als auch „Ausschlusskriterien“, die sie bei der Kreditvergabe verfolgen. Die Banken orientieren sich in der Hinsicht an den „Sustainable Development Goals“. Zu diesen gehören zum Beispiel: keine Armut, Geschlechtergleichheit, bezahlbare und saubere Energie, nachhaltiger Konsum und Produktion oder Maßnahmen zum Klimaschutz (alle 17 findest du hier). Es wird von Photovoltaikanlagen bis hin zum Bio-Bauer vom Dorf jeder nachhaltige Betrieb von den Banken unterstützt. 

 

Möchtest du auch in einer gewaltfreieren und saubereren Welt leben und deinen Teil dazu beitragen, dass weniger als 10 Milliarden Euro in das Atomwaffengeschäft sowie zusätzlich Summen in Milliardenhöhe in die Kohle-Industrie investiert werden? Gemeinsam können wir etwas dagegen tun. Denk darüber nach, wie zufrieden du mit deiner Bank und der Verwendung deines Geldes bist. Wenn du dein Geld lieber nachhaltig anlegen möchtest und damit grüne Banken und deren Mission unterstützen möchtest, recherchiere online und vergleiche die Konditionen deines aktuellen Bankkontos mit denen einer grünen Bank und finde so heraus, welche grüne Bank am besten zu dir passt. Denn auch Geld kann nachhaltig sein und jeder von uns kann damit seinen Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt leisten. Überleg doch mal: Letztendlich spielt es für dich doch keine Rolle, wo dein Geld liegt, solange du immer darauf Zugriff hast. Also warum dann nicht einfach bei einer grünen Bank und gleichzeitig noch ethisch vertretbare Unternehmen, Projekte und Organisationen unterstützen

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