Brauchen wir Superfoods aus fernen Ländern?

Chiasamen aus Mexiko, Gojibeeren aus China, Acai aus Brasilien, Noni-Früchte aus Australien sind derzeit der letzte Schrei bei Menschen, die sich bewußt ernähren. Sie sollen entschlacken, verjüngen, die Fettverbrennung ankurbeln und sollen unserem Essen den ultimativen Boost geben – doch was taugen die teuren Exoten aus fernen Ländern? Und gibt es heimische Alternativen?
Was sind Superfoods und warum werden sie so kritisch betrachtet
Was als Superfood bezeichnet werden kann ist nicht einheitlich geregelt. Allgemein lässt sich aber sagen: Superfoods sind natürliche Nahrungsmittel, die mit besonders wertvollen Inhaltsstoffen die Ernährung ergänzen können.

Das Hauptproblem mit den durch geschicktes Marketing gehypten Superfoods ist ihr Anbau und der Transport. Wenn man wert auf regionale Produkte legt, sollte man sich zweimal überlegen, ob man über sein Frühstücksmüsli eine Handvoll Gojibeeren streut. Denn Gojibeeren und Co. sind weit gereist. Diese Transportwege ruinieren ihre Klimabilanz – und da sie nicht essentiell für unsere Ernährung sind, können wir getrost auf sie verzichten.

Welche Alternativen gibt es:
Klar ist: Tee, Kaffee und Bananen gibt es nicht aus europäischem Anbau und es ist in einer globalisierten Welt kaum möglich, sich ausschließlich von regionalen Lebensmitteln zu ernähren. Aber für viele sogenannte Superfoods gibt es heimische Alternativen.

Blaubeeren
Sie sind reich an sekundären Pflanzenstoffen sowie an Vitaminen (vor allem Vitamin C ) und Spurenelementen.


Grünkohl
Bei uns kennt man Grünkohl aus dem Glas zu Bregenwurst und Kartoffeln. In den USA wir Grünkohl auch als Salat und in grünen Smoothies verarbeitet. Er hat enthält extrem viel Betacarotin und gehört zu den Kohlsorten mit dem höchsten Vitamin-C-Gehalt. Außerdem enthält er Senfölglykoside wie Glucobrassicin, Glucoiberin und relativ viel Vitamin K.


Spinat
Daß Spinat gut ist wusste schon Popeye. Ob frisch oder tiefgekühlt: Spinat aus deutschen Landen ist das ganze Jahr über erhältlich. Er hat einen hohen Gehalt an Mineralien, Vitaminen (β-Carotin, Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C) und Protein. Früher wurde er sogar als Heilpflanze verwendet.


Leinsamen
Die kleinen Samen haben es in sich: sie enthalten die mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure, Linamarin, Eiweiß, Lecithin und Sterinn, außerdem die Vitamine B1, B2, B6 und E. Sie wirken außerdem stuhlregulierend. Am besten entfalten sich die Wirkstoffe wenn der Leinsam geschrotet wird. Schwangere sollten aber aufpassen: 
Es gibt Hinweise, dass der Verzehr von Leinsamen durch Schwangere das Risiko für Frühgeburten erhöht.


Oliven
Sie werden in Europa angebaut und haben ein ähnliches Nährstoffprofil wie Acai-Beeren. Die enthaltenen Vitalstoffe Beta-Carotin (Provitamin A) und Retinol wirken sich positiv auf die Sehkraft, das Zellenwachstum und die Regenerierung der Haut aus. Vitamin E trägt ebenfalls zur Zellerneuerung bei, ist wichtig für das Immunsystem und entzündungshemmend. Außerdem fängt es freie Radikale.