Tomaten, rot

Saisonal & Lokal: Das kannst du im August essen

Nachhaltig zu leben bedeutet nicht nur, Plastik und Flugreisen zu reduzieren, sondern auch auf seine Ernährung zu achten. Fleischesser*innen haben zum Beispiel einen viel höheren CO2-Ausstoß als Menschen, die auf tierische Produkte verzichten. Aber nicht nur der Fleischkonsum, sondern auch die Transportwege der Lebensmittel, die du einkaufst, sind von Bedeutung für deinen ökologischen Fußabdruck. Es ist viel nachhaltiger, Lebensmittel einzukaufen, die nicht erst um die halbe Welt geflogen oder geschifft wurden, um sie dann hier zu verkaufen. Dementsprechend ergibt es auch Sinn, saisonal einzukaufen, also die Lebensmittel zu essen, die gerade in deiner Region, in Deutschland oder zumindest in Europa reif sind und geerntet werden können. Für den August sind das zum Beispiel folgende:

  • Pfirsiche & Aprikosen

Pfirsiche und Aprikosen gehören zur Gattung der Rosengewächse. Hauptanbaugebiete der Aprikose sind unter anderem die Türkei, Italien, Usbekistan oder auch Spanien und Frankreich. Pfirsiche aus Europa kommen meist aus Italien, Griechenland oder Spanien. Das ursprüngliche und auch noch größte Anbaugebiet für Pfirsiche liegt allerdings in China. 
Hauptsächlich werden Pfirsiche und Aprikosen als frisches Obst verkauft. Aber auch der Kern lässt sich weiterverwenden, aus ihm wird zum Beispiel Persipan hergestellt, eine Süßigkeit, die Marzipan ähnelt und bitter bis herb schmeckt. Die Kerne, bzw. Samen der beiden Früchte sollten lieber nicht verzehrt werden, da sie einen relativ hohen Blausäureanteil haben. Dafür enthält das Fruchtfleisch beider Früchte relativ viel Kalium, welches für den osmanischen Druck in den Zellen verantwortlich und somit sehr wichtig für das Herz-Kreislauf-System ist. Außerdem enthalten sie auch viel Vitamin C (reguliert die Sauerstoffzufuhr der Zellen) und einige der B-Vitamine, welche ebenfalls für lebensnotwendige Prozesse im Körper benötigt werden, wie zum Beispiel den Energiestoffwechsel oder die Vermeidung von Müdigkeit. Außerdem werden sie dafür benötigt, um das Glückshormon "Serotonin" herzustellen. 

Aprikosen

  • Tomaten

Die Erntezeit der Tomaten beginnt meistens schon im Juli und geht bis Ende August. Es gibt weltweit etwa 23.000 verschiedene Tomatensorten. Am etabliertesten sind hierzulande die Cherry- oder Cocktailtomaten oder einfach die klassischen Strauchtomaten. Es gibt aber auch richtig verrückte Sorten mit ausgefallenen Formen und Farben. Und sie sind auch besonders gesund: Sie enthalten nämlich Lycopin, welches unsere Körperzellen schützt und tatsächlich sogar vorbeugend gegen Krebserkrankungen wirken und das Schlaganfallrisiko um mehr als die Hälfte reduzieren kann. Je kleiner die Tomate zerteilt ist, desto leichter kann das Lycopin vom Körper aufgenommen werden. Isst du etwa 100 Gramm Tomaten am Tag ist außerdem dein täglicher Vitamin C Gehalt schon zu einem Viertel gedeckt. Des Weiteren sind sie wirksam gegen Falten. Das liegt an der hohen Karotinoid-Konzentration in den Tomaten. Sie beinhalten allerdings auch Histamin, weshalb Menschen mit einer Histamin-Intoleranz oder auch mit Neurodermitis lieber auf Tomaten verzichten sollten. 
Übrigens sollten sie nicht im Kühlschrank, sondern lieber bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden, da sonst viele Aromen verloren gehen. 

Tomaten

  • Zuckermais

Warst du schonmal in einem Maislabyrinth? Wenn der Mais richtig hoch ist, sodass  man nicht mehr so einfach darüber schauen kann, bieten viele Landwirt*innen Maislabyrinthe an - ein großer Spaß vor allem für die Kleineren und Familien. 
Das Besondere an der Maispflanze ist, dass sie trotz langer Trockenzeiten mit sehr wenig Wasser auskommen und die Kolben ausbilden kann. Der klassische Maiskolben ist besonders beim Grillen sehr beliebt. Er kann aber auch einfach gekocht werden.
Mais ist besonders gehaltvoll an Mineralstoffen wie Eisen, Kalium, Kalzium, Natrium, Phosphor und Zink, aber auch an Ballaststoffen, die vor allem bei Verdauungsproblemen Abhilfe schaffen können. 
Der Verzehr von Mais kann allerdings auch zu Heißhungerattacken führen. Das liegt an der enthaltenen Stärke, ein Mehrfachzucker mit einem relativ hohen glykämischen Index, was dazu führt, dass der Zucker aus dem Lebensmittel relativ schnell ins Blut geht, was zu einem schnellen Anstieg des Insulinspiegels führt. Leider sinkt er aber dementsprechend auch relativ schnell wieder ab, wodurch der Hunger schneller wiederkommt. 
Du solltest frischen Mais übrigens nicht zu lange lagern, da dieser sonst sehr schnell mehlig wird. 

Mais

  • Trauben

Weintrauben gibt es bekanntlich in verschiedenen Formen und Farben. Trotz ihres hohen Zuckergehalts ist ihr schlechter Ruf als "Dickmacher" aber nicht ganz berechtigt. Sie haben mit 67 Kilokalorien zwar das Doppelte an Kalorien wie zum Beispiel Erdbeeren, allerdings ist die Hälfte dieses Zuckers Fruchtzucker, welcher insulinunabhängig verstoffwechselt wird und wodurch der Blutzucker nicht ansteigt.  Trotzdem sollten Diabetiker*innen vorsichtig sein, denn Weintrauben enthalten trotzdem viel Glucose. 
Weintrauben bestehen zu 81% aus Wasser. Sie enthalten aber auch viele lebenswichtige Vitamine wie Vitamin C oder E, welche antioxidativ wirken und somit gegen freie Radikale im Körper vorgehen. Hier sind die dunkleren, lilafarbenen Trauben wirksamer als die wißen oder grünen Weintrauben. Das liegt an dem dunkelblauen Farbstoff Anthozyan, welcher übrigens auch für die nachgesagte gesundheitsfördernde Wirkung von Rotwein verantwortlich ist. In Maßen soll Rotwein nämlich tatsächlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen können.
Aber auch Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium sind in Weintrauben enthalten. Und sie sind außerdem sehr ballaststoffreich, weshalb sie schnell sättigen, das Immunsystem stärken und entschlackend wirken. 

Weintrauben, dunkel

  • Birnen

Birnen gehören, wie auch die Pfirsiche oder Aprikosen, zu den Rosengewächsen. Insgesamt gibt es mehr als 5.000 Sorten. Die "Williams Christ" Birne ist eine der beliebtesten.
Birnen enthalten nur wenig Fruchtsäure, deshalb sind sie besonders gut verdaulich und schonend für den Magen. Dafür enthalten Birnen umso mehr Ballaststoffe, etwa ein Fünftel des Tagesbedarfs. Und es sind auch einige Spurenelemente und Mineralstoffe in der Birne zu finden. Kalium und Calcium wirken zum Beispiel entschlackend und stoffwechselanregend. Das enthaltene Bor ist für den Körper extrem wichtig, da es benötigt wird, um Calcium speichern zu können. Dazu sind Birnen noch extrem fettarm.
Übrigens soll Birnensaft Husten lindern können. Vor allem in Kombination mit Roter Beete und Früchtetee im Winter als Smoothie kann die Birne Wunder bewirken. 
Sie eignet sich übrigens nicht nur zu puren Verzehr, sondern ist auch desöfteren in Schnapsflaschen zu finden. Hierzu wird die Flasche, wenn die Früchte noch klein sind, über diese gestülpt und am Ast fest gemacht. Die Birne wächst dann in der Flasche und am Ende wird einfach nur noch der Schnaps hinzu gegossen.  

Birnen

Am nachhaltigsten ist es, wenn du deine frischen Lebensmittel auf dem Wochenmarkt einkaufst. Hier kannst du auch bei so gut wie allen Produkten darauf achten, dass sie plastikfrei verpackt oder komplett unverpackt werden. Für länger haltbare Lebensmittel, wie zum Beispiel Mehl, Haferflocken, Nudeln oder auch Natron und Waschsoda empfiehlt sich hier übrigens der Unverpackt-Laden. Natürlich lässt sich nicht immer vermeiden, dass man im Supermarkt nicht doch noch etwas in Plastik verpacktes einkauft. Aber jeder Schritt zählt und jede*r von uns kann somit zu einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Welt beitragen. 

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